Der Robofisch (dpa)
Weil er oft vorneweg schwimmt oder sich im Aquarium als erster aus einem Unterschlupf wagt, halten ihn die anderen Fische für besonders wagemutig und orientieren sich an ihm. Wenn er zum Beispiel die Richtung ändert, machen sie das auch.
Dadurch ergäben sich ganz neue Möglichkeiten, die Gruppendynamik von Fischen zu erforschen, teilte die englische Universität Leeds am Dienstag mit. Studienleiter Jolyon Faria erläuterte: «Weil der Roboterfisch vom Schwarm akzeptiert wird, können wir ihn dafür benutzen, einen oder mehrere Fische zu kontrollieren. Dadurch können wir recht komplexe Situationen erforschen, zum Beispiel aggressives, kooperierendes, verteidigendes oder elterliches Verhalten.»
Anfangs hatten die Wissenschaftler noch die Befürchtung, dass die Fische ihren falschen Artgenossen am Geruch erkennen könnten. «Aber Robofish wurde akzeptiert», sagte Faria. Wenn die Fische nervös waren oder sich in einer ungewohnten Umgebung befanden, orientierten sie sich besonders stark an ihrem Anführer. Kannten sie sich dagegen erst einmal aus, trafen sie ihre Entscheidungen tendenziell eigenständig.
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